Form & Struktur
Der Roman Das Eidechsenkind von Vincenzo Todisco zeichnet sich durch eine klare, aber zugleich eindringliche Struktur aus, die den Leser tief in die Gefühls- und Gedankenwelt des kindlichen Protagonisten eintauchen lässt.
Erzählperspektive
Die Erzählung wird aus der Perspektive eines Kindes wiedergegeben, was eine sehr intime und unmittelbare Verbindung zur Hauptfigur schafft. Durch die Beschränkung auf die Wahrnehmung des Kindes werden die Leser in die Verwirrung, Ängste und Träume des Protagonisten hineingezogen. Diese Wahl verstärkt die Wirkung des Textes, da sie die Isolation und das Unverständnis des Kindes gegenüber der Welt widerspiegelt und dem Leser ermöglicht, sich mit der kindlichen Perspektive zu identifizieren.
Sprache
Die Sprache des Romans ist poetisch und reich an Metaphern, was die inneren Gefühle des Kindes verdeutlicht und gleichzeitig die Schwere der Handlung mit Momenten von Leichtigkeit und Fantasie kontrastiert. Besonders prägnant ist die metaphorische Darstellung der Umwelt, die das Kind in seiner Isolation umgibt. Die Eidechse als zentrales Symbol steht für Anpassung und Überleben und spiegelt die Gefühlswelt des Protagonisten wider.
Handlungsstruktur
Die Handlung folgt einer weitgehend linearen Struktur, wird jedoch immer wieder durch innere Monologe und Reflexionen des Kindes unterbrochen. Diese Reflexionen vertiefen das Verständnis für die psychologische Belastung, unter der der Protagonist steht. Sie gewähren Einblicke in seine Träume, Ängste und Hoffnungen, was den inneren Konflikt und die Entfremdung des Kindes verstärkt. Die ständigen Wechsel zwischen äusserer Handlung und innerer Gedankenwelt erzeugen eine dynamische Erzählweise, die den Leser emotional bindet.
Wirkung
Die Kombination aus kindlicher Perspektive, poetischer Sprache und innerer Reflexion erzeugt eine starke emotionale Wirkung. Die Leser*innen werden sowohl von der Isolation des Kindes berührt als auch durch dessen Fantasien und Hoffnungen getröstet. Diese Struktur ermöglicht es, das Thema der Migration nicht nur auf einer sozialen, sondern auch auf einer psychologischen Ebene zu erfahren. Die Isolation und der Überlebenswille des Kindes werden durch die Struktur des Romans intensiviert, was den Leser dazu anregt, über die Auswirkungen von Migration auf das innere Leben der Betroffenen nachzudenken.